Gästebuch von bettmi

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bettmi ist seit dem 04.12.2003 in ximig und war am 22.09.2017 zuletzt online.



2. Platz beim Bundesliga-Tippspiel


Über mich
Die wundersamen Ichwelten

Vor langer langer Zeit, in einer weit weit entfernten Galaxis, gab es mal einen rosa kleinen Planeten, auf dem eigentümliche Wesen lebten.
Entstanden und gewachsen über Millionen von Jahren bedingt durch den Zufall der Evolution.
Diese kleinen Lebewesen hatten einen biologischen Fehler. Sie lebten in Ichwelten.
Ihr Gehirn, ein Haufen von Synapsen und Neuronen, war ein Wunder der Natur. Auch ihr Körper war etwas Besonderes. Beides im Zusammenhang ergab wunderschöne oder auch hässliche Ichwelten. Durch den Körper und dessen Sinneswahrnehmungen wurde das Gehirn des Lebewesens gefüttert. Es konnte schmecken, tasten, riechen, sehen und andere tolle Dinge.
Nahm es wohlschmeckende Nahrung zu sich, dann wurde das Lebewesen glücklich. Auch andere Sinneswahrnehmungen waren dazu fähig, Glücksgefühle im Gehirn zu bewirken.
Aber schlechte Sinneswahrnehmungen, wie Schmerz oder Angst und viele andere Dinge führten zu schlechten Gefühlen. Das Gehirn dieses ach so tollen Lebewesens zeigte durch Ausschüttung von Angstgefühlen, dass Gefahr für Leib und Leben drohte.
Alles in allem ein sehr bemerkenswertes, ja gerade zu perfektes Lebewesen. Aber wie schon angedeutet gab es da ein Problem. Die Natur hatte einen Fehler gemacht. Dadurch das dieses Lebewesen in sich so eine geschlossene Einheit war. Ein Gehirn, ein Körper und Sinneswahrnehmungen, für jedes dieser Lebewesen selber, war es ihm nicht möglich aus sich heraus zu gehen. Es war ihm nicht möglich mehr zu erfahren als nur sich selbst.
Alles konnte es anfassen und berühren. Ja auch andere Lebewesen könnte es anfassen und berühren. Aber waren sie wirklich da? Oder war es nur eine Illusion? Fühlten sie dasselbe wie es? Konnten sie auch fühlen?
Ja, nein, keine Ahnung. Jedes Lebewesen dachte anders darüber. Die einen Lebewesen hielten sich für die Einzigen auf dieser Welt. Andere hielten sich für überlegen. Wiederum andere kümmerte es nicht, was andere fühlten. Es waren ja nicht seine Gefühle und Sinneswahrungen. Ganz andere hatten die feste Überzeugung, dass auch die anderen Lebewesen ganz bestimmt etwas fühlten.
So lebten sie alle vor sich hin, in ihrer eigenen kleinen Ichwelt.
Sehr oft kam es auch zu Konfrontationen, da es Missverständnisse zwischen den Ichwelten gab. Das eine kleine Lebewesen sagte etwas oder tat etwas in bester Absicht, aber das andere Lebewesen nahm es falsch auf. Es dachte das gegenüber will ihr Böses. So entstand sehr oft Streit, Hass und Leid. Ganze Kriege wurden geführt. Millionen dieser einzigartigen Ichwelten starben durch andere Lebewesen mit angsterfüllten Ichwelten in sich.
Aber es gab auch Annäherungen, von Ichwelten. Sie nannten es „Liebe“ oder „Freundschaft“. Zum Beispiel kam es oft vor, dass zwei Lebewesen zusammen kamen und gemeinsame Sinneswahrnehmungen genossen. Auch lebten sie oft zusammen und sahen dieselben Dinge, rochen dieselben Dinge, hörten dieselben Dinge. Die Aufnahme derselben Sinneswahrnehmungen führten diese Ichwelten sehr oft nah zueinander.
Aber die Ichwelt ansich, ist etwas Tückisches. Zeit vergeht und manche Sinneswahrnehmungen, manche Worte wurden unterschiedlich aufgenommen. Und dieser Zusammenschluss der Ichwelten wurde wieder beendet. Auch hier zeigte sich wieder das die Abgrenzung der Lebewesen zueinander niemals ganz überwunden werden konnte. Kein Lebewesen konnte vollends in die Ichwelt des anderen Lebewesens eindringen und eine Wirwelt erschaffen.
Und so waren sie alle einsam, aber doch gemeinsam auf dieser Welt. Manche näherten sich an, andere stießen sich ab und wieder andere taten sich gegenseitig weh.
Ein buntes Treiben. Recht interessante Lebewesen. Mit nur einem kleinen Fehler.

Quelle: www.schwarzromantiker.de/magazin/Artikel-46.html
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Vertrauen ist eine Oase des Herzens, die von der Karawane des Denkens niemals erreicht wird (Khalil Gibran)
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